Chemonukleolyse
Die Chemonukleolyse
mit Chymopapain stellt eine
Erweiterung der therapeutischen Möglichkeiten bei Patienten
mit lumbalen Bandscheibenhernien dar. Die therapeutische
Stellung der Chemonukleolyse liegt in einem breiten
Übergangsbereich zwischen konservativer und operativer
Behandlung.
Die Chemonukleolyse
beruht auf der Annahme, dass
eine Reduktion des Volumens des Nucleus pulposus die
Bandscheibenhernierung in frischen und unkomplizierten
Fällen zurückgehen läßt. Dazu wird unter
Durchleuchtungskontrolle eine Kanüle in das betreffende
Bandscheibenfach vom Rücken her eingeführt. Dann wird ein
Enzym (Chymopapain) eingespritzt, welches den
gallertartigen Kern des Nucleus pulposus verflüssigt. Nach
einer gewissen Wartezeit kann dann die verflüssigte
Kernmasse über die liegende Kanüle abgesaugt werden. Da das
Enzym nicht in die Umgebung der Bandscheibe gelangen darf,
kann es nur in solchen Fällen eingesetzt werden, in denen
man davon ausgehen kann, dass der Faserring noch intakt
ist. Bei einem, nach den heute als allgemein gültig
erachteten Auswahlkriterien, selektierten Patientengut, ist
mit der Chemonukleolyse in mehr als 80% der Fälle ein
Behandlungserfolg zu erzielen. Die Belastung des Patienten
ist bei der Chemonukleolyse wesentlich geringer als bei der
Durchführung einer Operation.
Die Chemonukleolyse
kann einerseits bei
Patienten, die sich bereits langwierigen konservativen
Behandlungsversuchen unterzogen haben, zum Einsatz kommen.
Andererseits ist die Chemonukleolyse heute in vielen Fällen
als die weniger belastende Alternative zum herkömmlichen
operativen Eingriff zu betrachten.